Ausbildung am Rettungsgerät

Bergen/D. (hbi) Anfang Mai trafen sich die ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung zur Ausbildung am Rettungsgerät. Gerade für die Neuzugänge ging es darum, den Umgang mit Schere und Spreizer einmal kennen zu lernen, ein Gefühl für die Kraft dieser Werkzeuge zu bekommen - für alle Beteiligten aber galt: Übung macht den Meister und vermittelt uns Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichsten Einsatzsituationen. 

So hatten sich unsere Ausbilder auch zu dieser Ausbildung etwas Besonderes einfallen lassen: Der Fahrer eines verunfallten PKW war hinter seinem Lenkrad im Bereich der Beine eingeklemmt - zu allem Überfluss war das verunfallte Fahrzeug auch noch an einem Abhang zum stehen gekommen. Die Beachtung der Eigensicherung spielte dabei eine große Rolle. Nach Erkundung durch den Gruppenführer waren die Prioritäten klar gesetzt: Fahrzeug sichern, Erstversorgung und Betreuung der eingeklemmten Person und dann die schonende Rettung des Patienten. Der PKW wurde durch Unterlegkeile gegen wegrutschen gesichert, zusätlich wurde das Auto mittels Spanngurt an einem benachbarten Baum fixiert - hier wurde schnell klar: man muss situativ Entscheidungen fällen und mit den Begebenheiten zurecht kommen, die man vorfindet. 

Als das Fahrzeug gesichert war, erfolgte durch den sog. "inneren Retter" die Erstversorgung und Betreuung der Person, während draußen der Ablageplatz für die Geräte zur technischen Rettung vorbereitet wurde.Danach wurde die verklemmte Fahrertür mit Hilfe des Spreizers geöffnet und durch "sprengen" der Scharniere komplett entfernt. Jetzt wurde klar, dass eine Rettung der eingeklemmten Person so nicht möglich war, da der Fahrer im Bereich der Beine großflächig eingeklemmt wurde - der vordere Bereich des Fahrzeugs musste nach vorne gedrückt werden. Hier kam ein Rettungszylinder zum Einsatz. Vorher musste im Bereich des Daches die A-Säule durchtrennt und die Windschutzscheibe heraus genommen werden. Beim heraus sägen der Windschutzscheibe müssen alle unmittelbar beteiligten Kräfte zusätzlich einen Mundschutz tragen, da sonst die Gefahr besteht, kleinste Glas-Partikel anzuatmen, was zu Verletzungen in der Lunge führen kann. 

Als die Scheibe heraus genommen und die A-Säule durchtrennt war, konnte der Rettungszylinder angesetzt und der vordere Bereich des Fahrzeugs weg gedrückt werden - so konnten wir die Person schonen und achsengerecht aus ihrer misslichen Lage befreien. Alleine die Tatsache, dass das verunfallte Fahrzeug eben nicht auf ebener Fläche, sondern an einem Abhang stand, stellte uns vor andere Herausforderungen: nicht nur die Sicherung des Fahrzeugs, auch die Handhabung von Werkzeug und Geräten musste überdacht werden. 

In einem zweiten Szenario (leider ohne Fotos) galt es, einen Fahrer aus einer LKW-Kabine zu retten. Hierzu wurde ein PKW auf einen Anhänger gestellt, um die entsprechende Höhe zu simulieren. 

Zum Abschluss hatte jeder nochmal die Möglichkeit, den Umgang mit Schere und Spreizer zu üben, sodass alle einen lehrreichen Ausbildungs-Tag abolvieren konnten. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Ingo Müller aus Dähre, der uns wieder einmal für diese Ausbildung zwei PKW's zur Verfügung gestellt hat. 

Bericht und Fotos: Heiko Bieniußa, Pressereferent der Kreisfeuerwehr Lüchow-Dannenberg

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